Ratatouille

“Ah, der Süden…” denkt man sich und bucht Tickets nach Provence. Das war vor zwei Monaten und jetzt fahre ich in zehn Tagen schon. Die Spannung steigt. Wie wird Marseille aussehen? Diese Stadt, in der ich 2006 drei Monate gewohnt habe.

Heiße Sommermonate waren das, Monate in denen ich außer Fisch, Reis und Gemüse kaum was zu mir genommen habe. Fleisch, Käse, die buttrige Köstlichkeiten des französischen Nordens waren bei fast 40 Grad nicht angesagt. Was allerdings keinen wirklichen Verlust darstellte, denn der Fisch ist in Marseille vorzüglich – und allgegenwärtig.

Wie Sommergemüse. Und nach so einem Fischeinkaufstour am Quai des Belges ging es für mich meistens Richtung Noailles, um mich dann noch mit Gemüse einzudecken. Frühmorgens immer, damit das Gekaufte noch den kurzen Fußweg überlebt hat – versteht sich.

Und um trotz des wieder kalten deutschen Nordens in südliche Stimmung zu kommen, wird jetzt mit mediterranem Gemüse gekocht. Das gibt es seit Monatsanfang auch beim Gemüsebauer in Hamburg: Auberginen, Zuchinni, Paprika – alles aus Hamburg, auf Marseiller Art.

Rezept – 4-6 Portionen bzw. 3 500-ml-Gläser

1 1/2 Stunden

5 große Tomaten (oder 3 große Fleischtomaten)
3 mittelgroße Auberginen
3 mittelgroße Zuchinni
3 Paprikaschoten (bei gibt es immer trotz Westerwelle-Abneigung die Ampel-Koalition)
1 Zwiebel
50ml Olivenöl
2 TL Herbes de Provence (kann durch Oregano, Thymian, Rosmarin, Lorbeer & Lavendel ersetzt werden)
2 Knoblauchzehen
1 Glas Rotwein
Salz, Pfeffer

1. Die Tomaten kochendheiß überbrühen, in Eiswasser kurz abschrecken und dann häuten. Die Auberginen in relativ große Stücke schneiden, Zuchinni längs halbieren und in 1-2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Parikaschoten aufschneiden, von Rippen und Kernen befreien, in Streifen schneiden und diese Streifen ggf. halbieren.

2. Die Zwiebel schälen, halbieren und in Halbringe schneiden. Diese im Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze anschwitzen. Dann die Auberginen-, Zuchinni- und Paprikastücke dazugeben und einige Minuten mitanschwitzen. In der Zeit die Tomaten in grobe Würfel schneiden und dann dazugeben. Mit provenzialischen Kräutern würzen, Knoblauch durch die Presse dazudrücken und einige Minuten weiter bei gelegentlichem Rühren alles schwitzen lassen.

3. Dann der Wein dazugießen und die Ratatouille gemächlich über eine Stunde schmoren lassen. Nach einer Stunde mit Salz und Pfeffer abschmecken und entweder gleich als Beilage zu Fisch servieren oder in Gläser einmachen. Sollte man die Ratatouille gleich essen, empfiehlt sich natürlich eine zu diesem Zwecke aufgemachte Flasche Rotwein allemal.

Ein Blick in meinen Speisekammer zeigt: Mit Ratatouille sowie anderem provenzialischen Sommerkrams wie Tapenade und Fleur de Sel de Camargues bin ich noch gut eingedeckt

2 Antworten zu Ratatouille

  1. Sehr leckeres Rezept, habe mich genau an die Anleitung gehalten und das Essen mit Freunden ist gestern zum vollen Erfolg geworden. Bin und bleibe treue Leserin! :-)

  2. Pingback: Ratatouille 2.0 | Melican's kitchen

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