Im Sommer – Anfanf August – hatte ich euch das Rezept für Ratatouille gegeben. Das war kurz vor meinem Urlaub in Südfrankreich: Hier in Hamburg war es schon wieder kalt, herbstlich, und ich sehnte mich schon nach der Hitze in Marseille, nach saftigem Südgemüse und einen leckeren Pastis.
Nach meine Rückkehr kochte ich durch September durch Ratatouille zu Hause wieder. Denn paradoxerweise geht es mit klassischer Sommergemüse wie Paprika und Auberginen aus norddeutscher Herkunft erst richtig an der Schwelle zu Herbst los. Die brauchen so lange, weil es hier oben vergleichsweise wenig Sonne und Hitze gibt.
Und jetzt ist es schon wieder kalt, sehr kalt hier oben. Seit November gibt es bei mir keine frischen Tomaten oder Zucchini mehr: Die Waren aus Almería kaufe ich der Umwelt und dem Geschmack zuliebe nicht, also geht es wieder sehr norrddeutsch zu in Melican’s Kitchen. Viel rote Beete und Räucherfisch, Raps- statt Olivenöl.
Dennoch gibt es Tagen, an denen man sich daran erinnern möchte, dass der Boden nur vorübergehend zugefroren ist, dass es einen Sommer gibt – auch wenn er einem wie einem miesen Trick des Gedächtnis vorkommt. Mache ich mir eine Pulle selbsteingeweckte Ratatouille auf und erwärme die.
Die Duft von herbes de Provence wandert durch die Küche, die provenzialische Sonne ist wieder nah. Die dicken, grünen Linsen, wie sie in der Türkei so beliebt sind, sind fast gar. Ich schneide mir ein Laib luftiges, weißes Brot an und mische Joghurt mit Salz, Pfeffer und eine gepresste Knoblauchzehe.
Der Knoblauch, übrigens, habe ich September in Paris auf dem Rückweg gekauft. Ganze Knoblauchzwiebel werden zusammengeflochten und halten sich – so der Verkäufer - bis zu zwei Jahren so, weil keine Luft zu den Zehen durchdringt. Zwei Jahre scheint mir zwar abenteuerlich, aber nach vier Monaten gibt es keinen Deut von Verfaulen.
Nur habe ich fast alles aufgebracht. Sowie die Ratatouille. Pünktlich zum Winternanfang… Mist!


























